Fünf Fragen an... Michael Anderl, Chorleiter der Stiftsmusik Stams

 

Fünf Fragen an... Michael Anderl, Chorleiter der Stiftsmusik Stams (erster Chor, der im Rahmen der Präludien auftritt).

Können Sie ihren Chor in wenigen Sätzen vorstellen, seine Geschichte, seine Zusammensetzung, etc.

Der Chor der Stiftsmusik Stams wurde im Januar 2014 gegründet. Er besteht aus über 50 Mitgliedern aus dem gesamten Tiroler Oberland (Innsbruck bis Landeck) und trifft sich jeden zweiten Freitag sowie an ein paar Probenwochenenden. Neben der Wiederentdeckung von Werken aus dem Musikarchiv des Stiftes Stams, stehen Chorwerke aller Epochen, sowohl a cappella als auch mit Instrumentalbegleitung auf dem Programm. Jedes Jahr wird ein großes geistliches Werk aufgeführt, bei dem auch weitere Sängerinnen und Sänger aus Tirol, Bayern und Südtirol dazukommen: 2015 und 2016 G.F. Händels Oratorium The Messiah, 2017 F. Mendelssohns Oratorium Paulus, 2018 J. Haydn Nelsonmesse und Jan Zach Stabat mater. Als Orchester spielt je nach geforderter Instrumentalbesetzung das Paluselli Consort Stams. Für das nächste Jahr planen wir u.a. Haydns Oratorium Die Schöpfung und ein spezielles Programm zu Kaiser Maximilian I.

Was ist sein bevorzugtes Repertoire?

Das Kernrepertoire des Chores ist sicherlich die Geistliche Musik aller Epochen. Wobei für die kommenden Jahre aber noch viele Entdeckungsreisen in Literatur vorgesehen sind, die wir noch nicht gesungen haben.

Wie definieren Sie das Verb „dirigieren“?

Das aus dem Lateinischen stammende Verb „dirigare“, bedeutet soviel wie richten, lenken, aufstellen, bauen. Ich verstehe einen Dirigenten als jemanden, der sich mit einer Gruppe von Menschen auf einen gemeinsamen Weg begibt, auf eine Reise in bisher unbekannte Welten und auch auf eine Reise zu sich. Als jemanden, der Geschichten erzählt, als einen Baumeister, der zusammen mit anderen an einem gemeinsamen Haus baut, das sich aus Erfahrungen, Anstrengungen und Entdeckungen zusammensetzt. Genauso wie ein Chor oder Orchester vom Dirigenten lernt, lernt dieser vom Chor bzw. Orchester.

Wie setzt sich das Programm zusammen, das Sie in Ottmarsheim singen? Was ist sein roter Faden, sein Geist?

Das Programm für Ottmarsheim ist sehr bunt und vielfältig. So wie die Via Habsburg verschiedene Orte verbindet, versuchen wir verschiedene Ebenen zu verbinden. Theologisch gesehen durchschreiten wir das Kirchenjahr vom Advent bis zur eschatologischen Hoffnung. Sprachlich gesehen versuchen wir durch fünf Sprachen (Deutsch, Lateinisch, Englisch, Französisch, Ungarisch) die Zusammengehörigkeit der verschiedenen europäischen Länder zu demonstrieren: Nicht Absonderung, sondern Integration ist uns ein Anliegen. Und wir singen sowohl geistliche als auch weltliche Musik, denn Musik ist etwas, das alle Lebenssphären verbindet. Im Schlusslied von John Rutter heißt es: „But the magic you share when you make music, won’t leave you when the time has come to part; and it feels like you never have to say goodbye, ‘cos the music’s always there in your heart.

Kennen Sie die Abteikirche von Ottmarsheim und ihre Akustik? Was denken Sie darüber?

Wir kennen die Abteikirche von Ottmarsheim noch nicht persönlich, freuen uns aber schon sehr darauf, in diesem bedeutenden Ort auftreten zu können.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie an das Konzert?

Wir freuen uns vor allem darauf, zusammen mit der Manécanterie singen zu dürfen und auf vielfältige Begegnungen von Mensch zu Mensch!

Weitere Informationen unter: www.stiftstams.at

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